Journalist im Interview mit Unternehmer – redaktioneller Beitrag entsteht

Einen Journalisten über Ihr Unternehmen schreiben lassen: Was geht, was nicht — und was es kostet

Dienstagmorgen, 8:20 Uhr. Ein Geschäftspartner schickt Ihnen einen Link: Ihr Wettbewerber im Branchenmagazin — Werdegang, Spezialisierung, zwei Zitate, professionelles Foto. Ihr erster Gedanke: „So etwas bräuchte ich auch." Ihr zweiter: „Kann ich nicht einfach einen Journalisten dafür bezahlen, über mein Unternehmen zu schreiben?"

Diese Frage stellen sich mehr Unternehmer, als es öffentlich zugeben würden — und wer sie googelt, findet fast nur Ausweichendes: Texterbörsen, Ratgeber für Pressemitteilungen, Agentur-Werbung. Die eigentliche Frage beantwortet kaum jemand direkt. Deshalb hier die ehrliche Antwort — mit allem, was rechtlich und preislich dazugehört.

Kann man Journalisten direkt bezahlen? Nein — und warum das Ihren Ruf schützt

Die kurze Antwort: Einen Redakteur dafür zu bezahlen, dass er über Ihre Firma berichtet, als wäre es unabhängige Berichterstattung — das ist in Deutschland nicht zulässig. Das Trennungsgebot verlangt, dass redaktioneller Inhalt und Werbung klar getrennt bleiben; verankert ist es im Pressekodex, im Medienstaatsvertrag und im Wettbewerbsrecht (UWG). Bezahlte Inhalte, die wie unabhängige Artikel aussehen, sind Schleichwerbung — abmahnfähig für das Medium und riskant für Sie als Auftraggeber.

Sollte Ihnen also jemand anbieten, „da einen Journalisten zu kennen", der gegen Honorar scheinbar neutral über Sie schreibt — ohne jede Kennzeichnung —, ist das kein Geheimtipp, sondern eine Falle: Solche Beiträge verschwinden, sobald sie auffallen, es drohen Abmahnungen, und die Geschichte selbst wird zum Reputationsschaden. Ausgerechnet das Instrument, das Vertrauen aufbauen sollte, zerstört es dann.

In dem Verbot steckt allerdings eine gute Nachricht: Es schützt Ihre Investition. Ein Artikel wirkt ja gerade deshalb, weil sein Umfeld glaubwürdig ist. Wäre unabhängige Berichterstattung frei käuflich, wäre sie nichts mehr wert — für niemanden. Dass diese Grenze existiert, erhält genau die Wirkung, die Sie suchen.

Diese Regeln gelten übrigens überall, nicht nur bei der Tageszeitung: Auch Online-Portale, Fachmagazine und selbst Influencer müssen bezahlte Inhalte kennzeichnen. Wer Ihnen das Gegenteil verspricht, kennt entweder die Rechtslage nicht oder ignoriert sie bewusst — beides keine gute Basis für Ihren guten Ruf.

Die drei legalen Wege zum Artikel über Ihre Firma

Was stattdessen funktioniert: drei Wege, alle legal — mit sehr unterschiedlicher Logik.

Weg 1: Verdiente Berichterstattung (Earned PR). Sie bieten einer Redaktion eine echte Geschichte an — ein ungewöhnliches Projekt, eine relevante Entwicklung, einen starken Lokalbezug — und die Redaktion entscheidet frei, ob sie berichtet. Redaktionen greifen zu, wenn die Geschichte ihren Lesern etwas bringt — Nachrichtenwert ist die einzige Währung, die dort zählt. Das kostet kein Mediabudget und ist die glaubwürdigste Form. Aber ob, wann und wie berichtet wird, kann niemand seriös garantieren — auch keine PR-Agentur. Welche Ansprache dabei funktioniert, zeigt unser Vergleich „Wie kommen Sie als Unternehmer in die Zeitung?".

Weg 2: Das klassische Advertorial. Sie buchen eine Fläche im Layout des Mediums und liefern den Text häufig selbst. Die Veröffentlichung ist fest vereinbart und wird als „Anzeige" oder „Sponsored Post" gekennzeichnet. Die Schwäche zeigt sich in der Praxis: Selbst geschriebene Advertorials klingen oft nach Prospekt — und werden genau so überblättert.

Weg 3: Der redaktionell erstellte, gekennzeichnete Beitrag. Der Mittelweg — und das Modell, mit dem wir arbeiten: Ein erfahrener Redakteur führt ein Interview mit Ihnen und schreibt daraus einen journalistisch gemachten Beitrag über Ihr Unternehmen. Sie geben jeden Satz vor der Veröffentlichung frei, die Platzierung im vereinbarten Medium steht fest — und der Beitrag ist transparent als bezahlte Veröffentlichung gekennzeichnet, wie es das Gesetz verlangt.

Wichtig: Diese Kennzeichnung ist kein Makel, sondern Teil der Seriosität. Leser bewerten Beiträge nach Substanz — wer verständlich erklärt, wie er arbeitet und wofür er steht, gewinnt Vertrauen, Kennzeichnungszeile hin oder her. Ein platter Werbetext dagegen verliert es auch ohne.

Zwischen-CTA: Bevor Sie in Veröffentlichungen investieren, lohnt der Blick auf den Ist-Zustand: Der kostenlose Ruf-Check zeigt Ihnen, was heute zu Ihrem Firmennamen gefunden wird — und wo ein Artikel den größten Unterschied machen würde.

Was ein professionell erstellter Beitrag kostet: realistische Preisspannen 2026

Feste Listenpreise gibt es in diesem Markt selten — belastbare Spannen schon:

  • Regional- und Branchenportale: etwa 300 bis 1.500 € je Veröffentlichung. Für die meisten Selbstständigen und Mittelständler die sinnvollste Startklasse, denn hier suchen die eigenen Kunden.
  • Bekannte Online-Magazine und Nachrichtenportale: etwa 1.500 bis 5.000 €; einzelne Vermarkter setzen Mindestbuchungen um 2.400 € an.
  • Große überregionale Medienmarken: hohe vierstellige bis fünfstellige Beträge je Platzierung — eher ein Kampagnen-Instrument als der erste Schritt.
  • Dazu kommt die Erstellung: Interview, Text, Abstimmungsrunden. Einzeln beauftragt kostet das je nach Anspruch mehrere hundert Euro; in Komplettangeboten ist es enthalten. Laufende Betreuung mit regelmäßigen Veröffentlichungen beginnt im Markt bei rund 1.000 € monatlich.

Wovon die Preise abhängen: Reichweite und Bekanntheit des Mediums, Umfang und Rechercheaufwand, ob Interview und Texterstellung enthalten sind — und ob jemand den Medieneinkauf für Sie bündelt und verhandelt. Rechnen Sie außerdem Zeit ein: Von der Buchung bis zur Veröffentlichung vergehen je nach Medium wenige Werktage bis mehrere Wochen; Printausgaben haben feste Vorläufe. Eine detaillierte Aufschlüsselung mit Ablauf finden Sie in „Was kostet ein Artikel über Sie?".

Zwei Warnsignale zum Schluss dieser Rechnung: Anbieter, die „redaktionelle Berichterstattung ohne Kennzeichnung" verkaufen — und Anbieter, die feste Google-Platzierungen versprechen. Beides kann niemand seriös zusagen. Woran Sie saubere Anbieter erkennen, haben wir in „Online-Reputation aufbauen ohne unseriöse Versprechen" zusammengefasst.

Der ehrliche Weg zum Artikel über Ihre Firma

Einen Journalisten kaufen können Sie nicht. Dafür sorgen, dass professionell und rechtlich sauber über Ihr Unternehmen geschrieben wird, sehr wohl: redaktionell erstellt, transparent gekennzeichnet, von Ihnen freigegeben und in Medien platziert, die Ihre Kunden tatsächlich lesen. Der erste Schritt kostet nichts: Machen Sie den kostenlosen Ruf-Check und sehen Sie, was Entscheider heute über Ihre Firma finden. Wenn Sie es anschließend planvoll angehen möchten, zeigen unsere Pakete, wie regelmäßige Veröffentlichungen in deutschen Medien ablaufen — jeden Text geben Sie vor der Veröffentlichung frei.

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